Erbrecht / Estate Planning

HÜMMERICH legal verfügt über eine rund dreißigjährige Erfahrung bei der Gestaltung anspruchsvoller Nachfolgeplanungen im privaten wie im unternehmerischen Bereich. Rechnet man die Berufserfahrung aller unserer Erbrechtsanwälte zusammen, sind es über 70 Jahre. Die Zusatzqualifikationen unserer Rechtsanwälte zum Fachanwalt für Erbrecht, Fachanwalt für Familienrecht, Fachanwalt für Steuerrecht und Testamentsvollstrecker (AGT) sowie unser Konzept der interprofessionellen Zusammenarbeit mit Ihren Finanz- und Steuerberatern befähigen uns, auch umfangreiche und zeitintensive Aufgaben kurzfristig zu übernehmen und abzuwickeln. Hierbei bleiben wir allerdings nicht stehen. Die Bewältigung der Erkenntnis der eigenen Endlichkeit erfordert nicht nur eine rechtliche und finanzplanerische Betrachtung, sondern die Wahrnehmung des Menschen in der Gesamtheit seiner sozialen Umgebung und individuellen Bedürfnisse. In gleichem Maße kümmern wir uns um Sie, wenn Sie von einem Todesfall in der Familie betroffen sind. Macht man Ihnen Ihre erbrechtlichen Ansprüche streitig, stehen wir mit unserer ganzen Prozesserfahrung voll und ganz hinter Ihnen.

Estate Planning

Unter diesem Begriff versteht man eine Form der Herangehensweise an erbrechtliche Sachverhalte, die mehr betrachtet, als nur die rein rechtliche Seite.

Nachfolgeplanung

Dieses ganzheitliche Konzept der Nachfolgeplanung hat seinen Weg aus den USA nach Europa gefunden. Der Vermögenstransfer von der einen in die nächste Generation wird unter Einbeziehung aller vorhersehbaren Risiken und Störfaktoren nicht nur rechtlicher, steuerlicher, sondern bspw. auch familiärer und liquiditätsmäßiger Art geplant und gesteuert. Dabei arbeiten die Erbrechtsanwälte von HÜMMERICH legal auf Wunsch gerne auch mit Ihren Bank-, Vermögens- und Steuerberatern oder Estate Plannern zusammen. Diesen interprofessionellen Beratungsansatz verfolgen wir nicht nur in unserer anwaltlichen Praxis, sondern auch im Rahmen bundesweiter Vortragstätigkeit, der Tätigkeit im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Testamentsvollstreckung und Vermögenssorge (AGT) e.V. sowie in Buch- und Aufsatzprojekten. Das Praktikerhandbuch „Testamentsvollstreckung, Vermögensnachfolgegestaltung für Steuerberater und Vermögensverwalter“, das diesen ganzheitlichen Ansatz der Vermögensnachfolgegestaltung verfolgt und durch das Autorenteam auch in der Praxis umsetzt, wird demnächst bereits in der 3. Auflage erscheinen.  

 

Bedürftigentestament

Der Begriff "Behindertentestament" ist Ihnen sicherlich geläufig. Er hat sich allerdings als zu eng gefasst erwiesen.

Wer mit seiner Nachfolgeregelung bestimmte Personen begünstigen will, hat nicht nur behinderte Menschen vor Augen, sondern zum Beispiel den überlebenden Ehegatten oder den Abkömmling, der sich in der Privatinsolvenz befindet oder der Hartz-IV-Empfänger ist. Es versteht sich von selbst, dass derartige Fallgestaltungen neben der hohen juristischen Qualifikation ein besonderes Einfühlungsvermögen des Beraters in die zu regelnden Lebenssachverhalte erfordern. Die kleinste Unbedachtsamkeit kann hier dazu führen, dass der gesamte Nachlass nicht dem bedürftigen Erben, sondern dem Sozialamt oder den Gläubigern des überschuldeten Abkömmlings zufällt. Aber wäre es auf der anderen Seite nicht schön zu wissen, dass das Vermögen, das Sie sich in harter Arbeit zeitlebens aufgebaut haben, nicht zur Hälfte an die Gläubiger Ihres Kindes geht, wenn es sich zum Zeitpunkt Ihres Todes in der Verbraucherinsolvenz befindet?

Die HÜMMERICH legal Erbrechtsanwälte beobachten die Rechtsentwicklung. Im Hinblick auf die ständig größer werdenden Begehrlichkeiten des Staates und seiner ungehemmten Regelungswut empfehlen sie, beim Bedürftigentestament das Intervall für den regelmäßigen Testaments-Check auf längstens zwei Jahre abzukürzen.

 

 

Durchsetzung und Abwehr von Pflichtteilsansprüchen

Die Erbrechtsanwälte von HÜMMERICH legal kennen beide Seiten:

die des zurückgesetzten und von Informationen über den Nachlass abgeschnittenen Pflichtteilsberechtigten einerseits und die des Erben andererseits, der sich neben dem Liquiditätsabfluss durch die Erbschaftsteuer auch noch dem Zahlungsanspruch eines oder mehrerer Pflichtteilsberechtigten ausgesetzt sieht. Gerade durch die Kenntnis der jeweils anderen Rechtspositionen ist es uns möglich, Ihre Interessen in einer solchen Auseinandersetzung nachdrücklich wahrzunehmen. Vielleicht ergibt unsere Beratung aber auch, dass sich der Streit wirtschaftlich nicht lohnt. Manchmal bieten Pflichtteilsansprüche auch interessante Gestaltungsmöglichkeiten zur Reduzierung der Erbschaftsteuerbelastung. Oder es besteht die Möglichkeit zur „taktischen“ Erbausschlagung, um sich von unliebsamen Auflagen zu befreien. In Einzelfällen, insbesondere bei nicht eindeutigen letztwilligen Verfügungen, kann auch ein Vergleich eine geeignete Lösung darstellen. Hierdurch können auch positive erbschaftsteuerliche Effekte entstehen. Bei entsprechend präziser Formulierung können selbst bestandskräftige Erbschaftsteuerbescheide rückwirkend geändert werden. Wer sich rechtzeitig beraten lässt, sieht sich seinem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert.

Erbauseinandersetzung

Die Erbengemeinschaft ist eine Zufallsgemeinschaft, deren Mitglieder man sich im ungeplanten Erbfall nicht aussuchen kann.

Sie ist darüber hinaus nach dem Willen des Gesetzgebers auf Auseinandersetzung angelegt, also auf die Überführung des gemeinschaftlichen Eigentums in das Eigentum der einzelnen beteiligten Miterben. Ein Ziel der Nachlassgestaltung muss es daher sein, Erbengemeinschaften, bei denen ein besonderes Konfliktpotenzial besteht, von vornherein gar nicht erst entstehen zu lassen. In der Praxis sind hier die sog. Patchwork-Familienstrukturen, nichteheliche und adoptierte Kinder oder Lebensgefährten angesprochen.

Ist der Streit bereits ausgebrochen, sollten zunächst die Möglichkeiten einer einvernehmlichen Auseinandersetzung sorgfältig ausgelotet werden. Der Richter führt eine Erbauseinandersetzung unter rein juristischen Gesichtspunkten durch, die teilweise mit wirtschaftlicher Vernunft nichts zu tun haben. Wenn Sie in bester Innenstadtlage leerstehende und baulich heruntergekommene Häuser sehen, dann können Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Eigentümer eine zerstrittene Erbengemeinschaft ist. Die Erbrechtsanwälte von HÜMMERICH legal werden daher mit Ihnen zunächst die Möglichkeiten einer wirtschaftlich sinnvollen, steuerlich optimierten einvernehmlichen Erbauseinandersetzung erörtern. Sollte Ihnen jedoch der Streit aufgezwungen werden, werden sie Ihnen mit all ihrer Kompetenz und Erfahrung zur Seite stehen.

 

Erbprozess

Erbrechtsstreitigkeiten haben ihre eigene Psychologie. Sie gehören zu den verbissensten und kostspieligsten Auseinandersetzungen, die vor Gericht geführt werden.

Schon manches Privatvermögen ist dabei vernichtet und manches Unternehmen zugrunde gerichtet worden. Dabei sollten diese Prozesse vermeidbar sein. Eine individuelle, auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene und im Rahmen interprofessioneller Zusammenarbeit zwischen den Rechts-, Steuer- und Vermögensberatern, gegebenenfalls unter Einbeziehung eines Mediators erfolgte Nachfolgeplanung (Estate Planning) hätte etwaige Probleme bereits im Vorfeld aufgedeckt und durch entsprechende rechtliche und wirtschaftliche Gestaltung vermieden. Leider ist es aber in der Praxis häufig so, dass sich selbst Menschen, die an ihrer Nachfolgegestaltung sehr interessiert sind, häufig nur rudimentär oder gar formularmäßig beraten lassen. In kaum einem Unternehmen ist die Nachfolgeplanung Unternehmensziel oder gar mit einem eigenen Business-Plan unterlegt. Das Erbrecht gehört aber mit seinen vielfältigen Verknüpfungen zu anderen Rechts- und Sachgebieten zu den anspruchsvollsten und kompliziertesten Materien überhaupt.

Die erbrechtlich tätigen Rechtsanwälte von HÜMMERICH legal verfügen nicht nur über umfangreiche Erfahrungen bei der Gestaltung von Nachfolgeregelungen, sie kennen als erfahrene Prozessanwälte aus vielen hundert Prozessen auch den Streitfall. Sie wissen, zu welchen kuriosen Ergebnissen Gerichte bei der Auslegung von Testamenten gelangen können, und lassen diese Erfahrung wiederum Ihnen zugute kommen. Oder können Sie sich vorstellen, dass ein Erblasser in einem formgültig errichteten Testament seine Verwandten von der Erbfolge ausschließt, das letztendlich zur Entscheidung berufene Gericht aber gerade diese Verwandten zu Erben bestimmt?

 

Gemeinschaftliches Testament

Dieser erbrechtliche Gestaltungsklassiker wurde schon oft für tot erklärt.

 Tatsächlich erfreut er sich nach wie vor großer Beliebtheit bei Ehegatten und wurde im Anwendungsbereich auf die eingetragenen Lebenspartner erweitert. Studien zufolge soll jedes zweite Testament in Deutschland ein gemeinschaftliches sein. Kritik erfährt das gemeinschaftliche Testament in bestimmten Konstellationen unter erbschaftsteuerlichen Gesichtspunkten, weil es zu zwei steuerlich getrennt zu behandelnden Erbfällen führt und überdies – wenn es mit einer Pflichtteilsstrafklausel versehen ist – die Erbschaftsteuerfreibeträge der Abkömmlinge nach dem Tod des Erstversterbenden „verschenkt“. In der Form des erbschaftsteuerlich optimierten gemeinschaftlichen Testaments, ggf. in Verbindung mit einer „hydraulischen“ Pflichtteilsstrafklausel, lassen sich diese Nachteile jedoch vermeiden. Voraussetzung ist allerdings eine individuelle, auf Ihre wirtschaftliche und familiäre Situation abgestimmte Regelung, die Sie in keinem Testament von der Stange finden werden.

Die HÜMMERICH legal Erbrechtsanwälte nehmen sich die notwendige Zeit, um mit Ihnen die optimale Gestaltung zu finden. Ihre langjährige Erfahrung sowie die umfangreiche Vortrags- und Veröffentlichungstätigkeit ermöglicht es ihnen, auch schwierige juristische Gedankengänge anschaulich zu erläutern. So werden sie schnell die Unterschiede zwischen der Einheitslösung (sogenanntes Berliner Testament) und der Vor- und Nacherbschaftslösung beim gemeinschaftlichen Testament erkennen. Sie werden Ihnen auch die Folgen einer möglichen Bindungswirkung erklären und immer im Blick haben, ob etwaig ein Auslandsbezug besteht und sich Besonderheiten ergeben, weil das anzuwendende ausländische Recht möglicherweise dem gemeinschaftlichen Testament die Wirksamkeit abspricht. Selbstverständlich gilt das auch für alle übrigen Probleme, die ein gemeinschaftliches Testament aufwerfen kann. Und wenn Sie Ihre Handlungsoptionen kennen, entscheiden Sie, welche Inhalte Ihres Testaments für Sie wichtig sind.

 

Internationale Nachlassvollmacht

Anders als in Deutschland werden in vielen Ländern umfassende Generalvollmachten nicht anerkannt.

Vermögen im Ausland stellt in der Nachlassabwicklung immer wieder ein Problem dar. Dies beginnt bereits damit, dass der deutsche Erbschein im Ausland oftmals nur unter Schwierigkeiten Anerkennung findet. Das europäische Nachlasszeugnis steht erst am Anfang und wirft schon jetzt zahlreiche Rechtsfragen auf, die durch die Rechtsprechung erst allmählich geklärt werden müssen. Mit erheblichen Verzögerungen beim Zugriff auf ausländisches Nachlassvermögen, insbesondere wenn es sich um Bank- oder Immobilienvermögen handelt, ist daher zu rechnen. Um Ihre Erben – oder auch Ihren Testamentsvollstrecker – dennoch sofort handlungsfähig zu machen, sollten Sie eine internationale Nachlassvollmacht als Spezialvollmacht für den jeweils einzelnen, möglichst präzise beschriebenen ausländischen Vermögenswert erteilen. Gehören mehrere Vermögenswerte im Ausland zum Nachlass, empfiehlt sich die Erteilung mehrerer Vollmachten, die unabhängig voneinander wirksam sind.

In vielen ausländischen Rechtsordnungen erlöschen – anders als in Deutschland – Vollmachten mit dem Tode. Die Vollmacht sollte daher im Rahmen der Rechtsformwahl ausdrücklich das deutsche Recht bestimmen oder bei Anwendung des ausländischen Rechts sicherstellen, dass der beabsichtigte Zweck der Geltung über den Tod hinaus sichergestellt ist. Grundsätzlich zu bevorzugen ist die transmortale Vollmacht, weil diese bereits zu Lebzeiten des Erblassers wirksam ist und sich daher im Ausland Probleme wie der Nachweis des Todes nicht stellen.

Viele Menschen haben Sorge, eine von ihnen erteilte Vollmacht könnte missbraucht werden. Bitte scheuen Sie sich nicht, dieses Thema offen anzusprechen. Die Erbrechtsanwälte von HÜMMERICH legal beschreiben dieses Problem in ihren Fachveröffentlichungen und Vorträgen und entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine Ihren Vorstellungen und Wünschen entsprechende Lösung.

 

Internationales Erbrecht

Besonders anspruchsvoll werden erbrechtliche Gestaltungsregelungen dann, wenn ein Sachverhalt mit Auslandsberührung vorliegt. Dies kann schneller der Fall sein, als man gemeinhin denkt. Gemischt nationale Ehen, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt eines Beteiligten im Ausland, das Verfassen einer letztwilligen Verfügung im Ausland oder auch nur das Ferienhaus im bevorzugten Urlaubsland können dazu führen, dass das deutsche Erbrecht ganz oder teilweise keine Anwendung findet. Das dann ganz oder teilweise anwendbare ausländische Erbrecht erkennt aber typisch deutsche Gestaltungsmittel häufig nicht an, wie zum Beispiel das gemeinschaftliche Ehegattentestament. Darüber hinaus kennt das Ausland oft andere Pflichtteilsquoten. Zusätzliche Änderungen bringen die Europäische Erbrechtsverordnung und das Europäische Nachlasszeugnis. Maßgeblich auf HÜMMERICH legal Erbrechtsanwalt Eberhard Rott geht die Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Testamentsvollstreckung und Vermögenssorge (AGT e. V.) zum Referentenentwurf des BMJ für ein Gesetz zum Internationalen Erbrecht zurück.

Oftmals genügt schon eine einfache Ergänzungsklausel zu Ihrer bestehenden letztwilligen Verfügung (auch notarielle Testamente können durch eigenhändige Testamente ergänzt oder abgeändert werden), um Ihren letzten Willen wieder so umsetzbar werden zu lassen, wie dies von Ihnen gewünscht ist.

Wenn die Erbrechtsanwälte von HÜMMERICH legal Sie nach Ihrem Auslandsvermögen oder nach der Nationalität Ihres Ehepartners fragen, sollten Sie darin nicht persönliche Neugierde oder die Suche nach einem hohen Streitwert vermuten (der bei Abrechnung auf Basis eines regelmäßig vereinbarten Honorars ohnehin irrelevant ist), sondern das Bemühen um eine sorgfältige, Ihren individuellen Bedürfnissen entsprechende Nachfolgegestaltung erkennen.

 

Mediation im Erbrecht

Dem Wunsch nach Gestaltung der eigenen Nachfolge können grundsätzlich unterschiedliche Interessen zu Grunde liegen.

Wenn es darauf ankommt, einen gesetzlichen Erben von der Teilhabe am Nachlass auszuschließen, wird man sich hierzu der Mittel des Erbrechts und ggf. der Finanzplanung bedienen. Wem es darum geht, nach seinem Tod möglichst keine Erbstreitigkeiten entstehen zu lassen, wird neben den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch den konfliktträchtigen Bereich der psychologischen und persönlichen Aspekte der verschiedenen an der Erbfolge beteiligten Personen berücksichtigen müssen. Brechen solche Konflikte nach dem Tod aus, ist es häufig zu spät, um sich um alternative Konfliktlösungsmechanismen zu bemühen. Jahrelange und teure Rechtsstreitigkeiten sind die Folge. Die richtig eingesetzte Mediation bietet hier ein hervorragendes Gestaltungsmittel. Entgegen weit verbreiteter Vorstellungen eignet sich die Mediation nicht nur als Instrument zur Regelung bereits ausgebrochener Konflikte, sondern ganz besonders auch zur Ermittlung der Bedürfnisse aller Beteiligten, die bei der Erarbeitung der Nachfolgeplanung soweit wie möglich erfüllt werden sollen. Wenn sich niemand „zu kurz gekommen“ fühlt, wenn jeder ausreichend gehört wurde und keiner als Verlierer dasteht, ist die Gefahr, dass die Nachfolgeplanung später von einem einzelnen Betroffenen durchkreuzt wird, weitgehend ausgeschlossen. Selbst in bereits begonnenen gerichtlichen Auseinandersetzungen kann eine Mediation oftmals noch hilfreich sein.

Die HÜMMERICH legal Erbrechtsanwälte stehen alternativen Konfliktlösungsmöglichkeiten positiv gegenüber. Auf ihre Initiative hin wurde die Mediation in das Ausbildungsprogramm der Fachberater des Deutschen Steuerberaterverbandes (DStV e. V.) aufgenommen und Aussprachegegenstand des 7. Deutschen Testamentsvollstreckertages. Sie werden Sie darauf ansprechen, wenn sich Ihr Fall für eine alternative Konfliktbeilegungsmöglichkeit eignet und Ihnen die Vorzüge und Nachteile ausführlich erläutern. Die abschließende Entscheidung liegt in Ihrer Hand.

 

Schiedsgerichtbarkeit

Unter diesem Begriff versteht man eine Form der Herangehensweise an erbrechtliche Sachverhalte, die mehr betrachtet, als nur die rein rechtliche Seite.

Norbert Blüms Kritik an der Justiz in Deutschland, über die man sicherlich geteilter Meinung sein kann, hat den Blick der Öffentlichkeit darauf gelenkt, dass das deutsche Justizwesen seine Grenzen hat. Im Erbrecht, wo es oft um hohe Vermögenswerte und fast immer um familiäre Schicksale geht, zeigt sich dies besonders deutlich. In der Ausbildung der Juristen spielt das Erbrecht nur eine sehr untergeordnete Rolle. In der Zivilgerichtsbarkeit gibt es bei den Landgerichten und oft auch bei den Oberlandesgerichten keine Spezialzuständigkeiten für Erbrechtsstreitigkeiten. Die Personalpolitik bei den Gerichten ist grundsätzlich nicht auf eine Spezialisierung ausgerichtet, sondern orientiert sich in erster Linie an dem überall einsetzbaren Universalrichter, der zudem häufig ungeliebte Aufgabenbereiche übernehmen muss, wenn er in der richterlichen Karriereleiter vorankommen will. Das deutsche Recht eröffnet in dieser Situation jedoch eine Möglichkeit, sich den Unzulänglichkeiten der staatlichen Justiz zu entziehen. Der (künftige) Erblasser kann in seiner letztwilligen Verfügung bestimmen, dass alle oder bestimmte Streitigkeiten, die ihren Grund in dem Erbfall haben, unter Ausschluss der ordentlichen Gerichte auf ein Schiedsgericht übertragen werden sollen. Auch die Mitglieder des Schiedsgerichts und – in Grenzen – die Verfahrensordnung kann er bestimmen. Eine solche Regelung ist nicht nur für Menschen interessant, die sich Gedanken um die Person des Richters machen, sondern auch für solche, die Streitigkeiten innerhalb ihrer Familie den neugierigen Blicken der Öffentlichkeit entziehen wollen.

Die HÜMMERICH legal Erbrechtsanwälte diskutieren mit Ihnen im Rahmen Ihrer Nachfolgeplanung auch diese Gestaltungsmöglichkeit und geben Ihnen Empfehlungen zur Benennung des Schiedsrichters. Anwälte des HÜMMERICH legal Erbrechtsteams sind darüber hinaus als Schiedsrichter tätig und vertreten Mandanten in schiedsgerichtlichen Verfahren.

 

Steuerliche Aspekte

Viele Menschen verfolgen die öffentlichen Diskussionen um geplante Erbschaftsteuererhöhungen.

Sicherlich ist richtig, dass angesichts immer leerer Kassen die Begehrlichkeit des Staates auch in diesem Bereich steigt. Die Erbschaftsteuer ist aber nur ein Teil der wirtschaftlichen Nachteile, die der Erbfall mit sich bringt. Die möglicherweise infolge von Unkenntnis der steuerlichen Zusammenhänge unbeabsichtigt erfolgende Aufdeckung stiller Reserven bei der Erbauseinandersetzung oder die Entdeckung der „steuerstrafrechtlichen Leichen“, die der Erblasser hinterlassen hat, sind weitere wichtige steuerliche Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt und die in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung die Erbschaftsteuer häufig um ein Vielfaches übersteigen. Die HÜMMERICH legal Erbrechtsanwälte analysieren daher – ggf. gemeinsam mit Ihren Beratern – Ihre steuerlichen Risiken insgesamt, berücksichtigen die Möglichkeiten einer Vermögensumstrukturierung und wägen sorgfältig die Vor- und Nachteile der verschiedenen rechtlichen Gestaltungsoptionen ab.

 

Stiftungen

Bei der Errichtung einer Stiftung handelt es sich um ein erbrechtliches Gestaltungsmittel besonderer Art.

Die Motive für die Errichtung einer Stiftung sind so vielfältig wie das Leben selbst. Es kann sich um die Fortsetzung eigener gemeinnütziger Aktivitäten über den Tod hinaus handeln, die Verewigung des eigenen Namens, den Erhalt des Vermögens über viele Generationen hinweg oder die langfristige Versorgung der eigenen Familie bzw. einzelner (behinderter) Angehöriger. Weniger häufig, aber in gleichem Maße möglich sind auch nicht altruistische Zwecke, wie das „Ausspielen“ eines unliebsamen Erben oder die Bindung des Vermögens in einem Unternehmen über viele Generationen hinweg durch die Stiftung & Co. KG. Die Stiftung kann zu Lebzeiten „angestiftet“ und nach dem Tod fortgeführt werden, sie kann aber auch, beispielsweise durch einen Testamentsvollstrecker, erst nach dem Tod entsprechend Ihren Vorgaben errichtet werden. Die für Sie optimale Gestaltungsmöglichkeit zu finden, erfordert das präzise Eingehen auf Ihre individuellen Vorstellungen. Die HÜMMERICH legal Erbrechtsanwälte nehmen sich die hierfür erforderliche Zeit und begleiten Sie von der ersten Idee bis zur fertigen Stiftung.

 

Testamentscheck

Ein neuer PKW muss nach drei Jahren zum TÜV. Danach alle zwei Jahre. Ihr Gesamtvermögen liegt um ein Vielfaches höher. Warum wollen Sie Ihrem Vermögen nicht die gleiche Sorgfalt zukommen lassen wie Ihrem Pkw? Vor 30 Jahren konnte man vielleicht noch davon ausgehen, dass das Testament eines Fünfzigjährigen eine Haltbarkeitsdauer bis zu seinem Tode hatte. Die heute Fünfzigjährigen müssen ganz andere Anforderungen an die Qualität ihrer letztwilligen Verfügung stellen. Sie stehen nicht vor dem absehbaren Ende, sondern im Zenit ihres Lebens. Ihre Familienstruktur ist ungleich komplizierter (Patchwork-Strukturen, ausländischer Ehepartner, Lebensgefährten etc.) und ihr Vermögen ist beträchtlich höher und anspruchsvoller strukturiert (ausländischer Grundbesitz, Unternehmensbeteiligungen etc.). Zugleich ändern sich die erbrechtlichen (z.B. Pflichtteilsrecht, Bedürftigentestament) und steuerrechtlichen (u. a. Erbschaftsteuer) Rahmenbedingungen immer schneller. Hinzukommt eine immer differenzierter und teilweise leider auch diffuser werdende Rechtsprechung.

Die Erbrechtler von HÜMMERICH legal empfehlen Ihnen daher, Ihre Nachfolgeregelung alle drei Jahre (beim Bedürftigentestament alle zwei Jahre) daraufhin überprüfen zu lassen, ob sie noch Ihren aktuellen Vorstellungen und Wünschen in den veränderten wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechen. Vor den Kosten braucht sich niemand zu scheuen. Ihre Vermögenswerte interessieren uns nur wegen der damit verbundenen Rechtsfragen und nicht, um unser Honorar danach zu berechnen. Auch beim Testaments-Check bezahlen Sie bei HÜMMERICH legal nur die tatsächlich aufgewandte Zeit Ihres Beraters.

 

Testamentsvollstreckung

Testamentsvollstreckung ist Pflicht, heißt es im Mutterland des Estate Planning. Aber auch in Deutschland hat die Testamentsvollstreckung eine lange Tradition. Ähnliches gilt für Österreich oder die Schweiz.

Testamentsvollstreckung ist Pflicht, heißt es im Mutterland des Estate Planning (USA). Testamentsvollstreckung ist unentbehrlich für ein modernes Erbrecht, heißt es in einem Lehrbuch zum deutschen Erbrecht. Dabei blickt die Testamentsvollstreckung in Deutschland auf eine lange Tradition zurück. Ähnliches gilt für Österreich oder die Schweiz. Karitative Organisationen empfehlen ausdrücklich, die Testamentsvollstreckung durch einen Fachmann anzuordnen, um die dem letzten Willen entsprechende Abwicklung des Nachlasses sicherzustellen. Manche Gestaltungsmöglichkeiten aus dem Bereich der Bedürftigentestamente wären ohne eine Testamentsvollstreckung rechtlich nicht denkbar. Viele Unternehmen wären ohne das segensreiche Wirken eines Testamentsvollstreckers heute gar nicht mehr existent.

Ob für Sie eine Testamentsvollstreckung sinnvoll ist, hängt von den Zielen Ihrer Nachfolgeplanung ab. Haben Sie bestimmte Wünsche und Vorstellungen, wie Ihre Erben mit dem Nachlass nach Ihrem Tod umgehen sollen? Dann sind Sie dem Gedanken der Testamentsvollstreckung schon sehr nahe, denn ohne eine Person, die sich in Ihrem Interesse um die Abwicklung des Nachlasses kümmert, können sich die Erben nur allzu leicht über Ihren Willen hinwegsetzen. Wollen Sie Ihren Erben vielleicht vor Anfeindungen Dritter, die ihm den Nachlass nicht gönnen, schützen? Dann sollten Sie erwägen, ihm einen Testamentsvollstrecker zur Seite zu stellen. Gleiches gilt, wenn dem Erben ein Zugriff der Sozialbehörden droht. Oder er einfach nur noch sehr jung und unerfahren ist. Oder aber auch betagt und nicht darin geübt, Begehrlichkeiten Dritter abzuwehren. Wenn Sie Kinder haben, die im Ausland leben, ist der Testamentsvollstrecker derjenige, der ihnen die lästige Nachlassabwicklung in Deutschland bis hin zur Erbschaftsteuer abnimmt.

Bei der Testamentsvollstreckung handelt sich um eine besonders spezielle Materie. HÜMMERICH legal Erb- und Steuerfachanwalt Eberhard Rott verfügt als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Testamentsvollstreckung und Vermögenssorge (AGT) e. V. sowie gefragter Referent in der Fachanwalts- und Fachberaterausbildung, bei Banken und karitativen Organisationen über besondere Erfahrung im Bereich der Testamentsvollstreckung. Maßgeblich auf sein Betreiben geht die Zertifizierung von Testamentsvollstreckern durch die AGT zurück. Das von ihm herausgegebene Praxishandbuch zur Testamentsvollstreckung wird bereits zur Standartliteratur gezählt.

Auch die übrigen HÜMMERICH legal Erbrechtsanwälte stehen Ihnen gerne in Fragen der Testamentsvollstreckung zur Verfügung.

 

Unternehmensnachfolge

Familienunternehmen leiden besonders häufig unter Streitigkeiten zwischen den Gesellschaftern. Diese Erkenntnis gilt es erst recht bei der Unternehmensnachfolgeplanung zu berücksichtigen.

Selbst wenn sich der Streit zu Lebzeiten des Hauptgesellschafters noch beherrschen lässt („Tito-Effekt“), tritt er im Krisenfall erfahrungsgemäß umso heftiger zu Tage. Diese Lebensweisheit wird in vielen Familienunternehmen jedoch nur selten beachtet. Anders jedoch z.B. bei den Banken. Längst lässt eine nicht geklärte Unternehmensnachfolge die Zukunft jedes Unternehmens für die finanzierenden Banken in einem äußerst riskanten Licht erscheinen. Die geregelte Unternehmensnachfolge stellt daher einen Erfolgsfaktor im Rating-Verfahren nach Basel II dar. Der Unternehmer offenbart Weitsicht und unternehmerische Qualifikation, wenn er sowohl für einen aktuellen Notfallplan Sorge trägt, als auch für eine rechtzeitige und planvolle Regelung seiner Nachfolge.

Die Unternehmensnachfolge stellt ganz besonders hohe Anforderungen an die Berater. So kollidieren unterschiedliche Rechtsgrundsätze aus dem Bereich Erbrecht, Handelsrecht und Gesellschaftsrecht miteinander. Die testamentarischen Regelungen müssen daher regelmäßig auf die Regelungen in den Gesellschaftsverträgen abgestimmt werden. Der hierfür notwendige Aufwand an Zeit und sozialer Kompetenz des Beraters darf nicht unterschätzt werden, denn häufig gelingt eine solche Regelung nur, wenn die Mitgesellschafter überzeugt werden können, ihr zuzustimmen. Bestimmte Fallkonstellationen erfordern eine Änderung der Rechtsform des Unternehmens. Hieran wiederum knüpfen sich mannigfache, u. a. steuerliche Aspekte, aber auch Fragen der Unternehmensfinanzierung. Die für Sie optimale Gestaltungsmöglichkeit zu finden, erfordert das präzise Eingehen auf Ihre individuellen Vorstellungen und die äußeren Rahmenbedingungen. Wir nehmen uns die hierfür erforderliche Zeit und begleiten Sie – und die ggf. von Ihnen eingeschalteten weiteren Berater – von der ersten Idee bis zur fertigen Regelung.

 

Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung

Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass zu einer sinnvollen Nachfolgeplanung diese begleitenden Regelungen unbedingt gehören.

Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass – anders als bei Testamenten und Erbverträgen – nur etwa die Hälfte der Menschen die damit im Zusammenhang stehenden Fragen mit ihrem Rechtsanwalt und/oder Notar besprechen und stattdessen auf Formulare zweifelhafter Herkunft zurückgreifen. In diesen dokumentieren sie ihren Willen auf vorgefertigten Feldern mittels „ankreuzen“. Angesichts der Bedeutung dieser Regelungen und der Fehler, die dabei gemacht werden können, stellt diese Vorgehensweise ein Verschulden gegen sich selbst da. Nur wenn Sie wirklich sicher den Unterschied zwischen einer notariellen und einer privatschriftlichen Vollmacht, zwischen einer General- und einer Spezialvollmacht kennen und wissen, unter welchen Voraussetzungen eine Vollmacht widerrufen werden kann, was tatsächlich in ihrem Körper vorgeht, etwa, wenn die künstliche Ernährung mittels Magensonde eingestellt wird, können Sie mit einem Formular – vielleicht – die für Sie richtige Regelung treffen. Warum aber wollen Sie sich überhaupt mit einem Formular zufrieden geben, wenn Sie eine individuelle, auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Regelung erhalten können?
 

Die HÜMMERICH legal Erbrechtsanwälte nehmen Sie auch mit Ihren persönlichen Sorgen und Nöten ernst, die Ihnen möglicherweise im Zusammenhang mit diesen Regelungen, insbesondere auch den Fragen zur Organspende und Sterbehilfe, durch den Kopf gehen. Geschult durch spezielle Seminarveranstaltungen sind wir in der Lage, vorgeschlagene Regelungen auch unter ethischen und moralischen Gesichtspunkten mit Ihnen zu besprechen, um die für Sie perfekte Gestaltung zu finden. Bundesweite Vortragstätigkeit und Veröffentlichungen zu diesen Themen lassen uns die Sorgen und Nöte der Menschen, aber auch die rechtlichen Schwierigkeiten im Umgang mit diesem höchstpersönlichen Bereich, immer wieder neu erleben und spornen uns an, persönlich auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnittene Lösungen zu entwickeln. Auch wenn Sie aktuell niemanden kennen, den Sie mit der Aufgabe des Vorsorgebevollmächtigen beauftragen können, sollten Sie uns ansprechen. Auch in solchen Fällen haben wir schon Lösungen für Mandanten entwickelt und erfolgreich in der Praxis umgesetzt.